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  Peter Reuter  
Peter Reuter



Büro- und Wohnungsbaumarkt Köln:
Beste Noten für den Immobilienstandort
(Handelsblatt, 30. März 2005)

Positiver Trend am Kölner Büromarkt: Die Impulsgeber sind Deutz und der Rheinauhafen.

Der Kölner Immobilienmarkt ist in Bewegung – das zeigen nicht nur die zahlreichen Kräne, die zurzeit an so vielen Orten in der Stadt arbeiten. Die Branche entwickelt kräftig neue Projekte und die Investoren finden zumeist auch ausreichend Mieter für ihre Objekte – das ist für Deutschland schon lange keine Selbstverständlichkeit mehr.

Im nationalen Vergleich gilt der Kölner Markt mit einem Flächenumsatz von 195.000 Quadratmetern im Jahr 2004nicht nur als stabil, sondern bestätigt sogar einen positiven Trend. Zu diesem Ergebnis kommt die aktuelle Studie des "Office Market Report 2005" von Atisreal. Auch das "Feri Immobilienmarkt Rating" vergibt die beste Note für den Kölner Büromarkt: "A/sehr gut". "Köln verfügt mit seiner heterogenen Branchenstruktur über sehr gute Potenziale", sagt Gitta Rometsch, Geschäftsführerin von Heuer-Dialog auf dem Kölner Immobilienkongress "Welche Standorte setzen sich durch?", der Mitte März tagte. "Köln richtet sich auf den internationalen Markt aus, man sieht das vor allem in Deutz."

Der rechtsrheinische Standort signalisiere einen Aufbruch, sagt auch Stadtentwicklungsdezernent Bernd Streitberger. "Deutz ist neben dem Rheinauhafen unser städtebaulicher Schwerpunkt." Das erste neue Highlight in Deutz markiert der 103 Meter hohe LVR-Turm ("KölnTriangle"), dessen Ankermieter, die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA), bereits eingezogen ist. Drei weitere Bürotürmen – darunter einer von Stararchitekt Helmut Jahn – sind geplant.

Im Mai will der oberste Stadtplaner die Unesco in Wien davon überzeugen, dass die Hochhausplanung in Deutz "keine Hybris gegenüber dem Dom darstellt." Die Unesco hatte die Kathedrale auf die Liste der gefährdeten Kulturstätten gesetzt, weil ihre Sichtachse bedroht sei. Die ebenfalls geplanten, aber nur sechsgeschossigen "Constantin Höfe" demonstrieren wiederum, dass es auch bauliche Alternativen gibt.

Die Investoren sind jedoch nicht rundweg zufrieden, da sich der Leerstand vergrößert hat. Der Atis-Report beziffert ihn mit 8,9 Prozent bei zirka 6,5 Millionen Quadratmetern Gesamtfläche und erklärt ihn mit den vielen kürzlich fertig gestellten Immobilien. Der Höchstmietpreis beträgt 19 Euro pro Quadratmeter, der Durchschnitt liegt bei elf Euro. Spitzenreiter im Flächenumsatz bleibt die City mit 41 Prozent, gefolgt von Braunsfeld/Ehrenfeld. Dort wächst der 360 000 Quadratmeter große "TechnologiePark", an dem bereits über 300 Firmen angesiedelt sind. Projektentwicklerin Lammerting Industriebau AG baut auf dem Gelände auch das "Mercedes- Benz-Center", das Anfang 2006 als "Marken- und Erlebniscenter" eröffnet wird.

Während der Büromarkt boomt, sind im Wohnungsbau Versäumnisse nachzuholen. "Wir waren hier bisher oft zu langsam und schwerfällig", so Streitberger. Aktuelle wegweisende Wohnprojekte wie die Kaserne in Junkersdorf oder Widdersdorf- Süd, das größte private Wohnungsbauprojekt Deutschlands, sollen das Ruder herumreißen. Auch das zweite Vorzeigeprojekt Kölns, der zentral gelegene Rheinauhafen mit einem Investitionsvolumen von 600Millionen Euro, bietet neben Büros und Verkaufsflächen auch Wohnraum an.

Die hochklassigen Wohnungen im "Siebengebirge", der historischen Speicherstadt, sind bereits größtenteils verkauft. Und die benachbarte "Wohnwer(f)t 18.20" mit einem Quadratmeterpreis von 3.400 Euro entwickelt sich ebenfalls zu einem begehrten Domizil.

Das gläserne Bürogebäude "Kap am Südkai" ist im November 2004 als erstes Gebäude auf dem zwei Kilometer langen Filetstück eröffnet worden – Vermietungsstand derzeit um 80 Prozent. Die darin ansässigen Firmen betreiben im "KAP Forum für Architektur/Design/Technologie" bereits eine gemeinsame Kommunikationsplattform.

Zwischen 50 und 60 Prozent des Rheinauhafens sind vermarktet, bis Herbst 2006 soll der südliche und mittlere Teil bezugsfertig, 2008 der gesamte Hafenbaustellenfrei sein, verspricht die Grundstückseigentümerin, die Häfen und Güterverkehr Köln AG (HGK). Für drei geplante 60 Meter hohe Kranhäuser müssen noch Investoren gefunden werden, solange bleiben sie exzellente Entwürfe.

Dass Köln der führende TV- Standort in Deutschland ist, spiegelt sich vor allem in den Stadtteilen Mülheim und Ossendorf wider. Diese Außenbezirke haben sich deutlicher zum Medienmagneten entwickelt als der ursprünglich dafür vorgesehene citynahe Mediapark. Dass Köln auf dem globalen Immobilienmarkt noch zu leise auftritt, wissen Immobilienbranche und Stadt. Mitte März nutzten sie deshalb wieder die Chance, sich auf der internationalen Immobilienmesse MIPIM in Cannes. zu präsentieren. "Wir sind weltoffen", sagt Stadtentwicklungsdezernent Streitberger. "Das Image vom Closed Shop müssen wir endlich loswerden."
 


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